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Die Rasse

Geschichte der Siam- und Orientalisch-Kurzhaar- Katzen -
neuere Entwicklungen nach 1960

 Die Farbvarianten nach der Reihenfolge der Anerkennung durch den Britischen GCCF 
(Governing Council of the Cat Fancy) - Teil 2

Die Geschichte der Siamkatzen ist besonders gut im englischen Sprachraum dokumentiert, ausführliche deutschsprachige Literatur ist mir leider nicht bekannt. Ich habe mich bei meiner Darstellung daher an die Reihenfolge der Anerkennung durch die Britische GCCF gehalten.

Die Tabby-Point
ist eine der neueren anerkannten Farbschläge, sie wird jedoch schon Anfang des Jahrhunderts erwähnt, meist als Shadow-Point, Silver-Point, Tiger-Point, Attaby oder auch Lynx-Point. Lynx-Point werden sie auch heute noch von einigen Zuchtverbänden in den USA genannt.
Tabby-Points gehen zurück auf ungewollte Paarungen mit Hauskatzen, daher wurde lange Zeit darüber diskutiert, ob diese Varietät nicht als eigene Rasse geführt werden müßte. Da jedoch die Reinzucht über mehrer Generationen hinweg nachgewiesen war, wurden die Tabby-Points 1966 vom Siamese Cat Club akzeptiert, jedoch nicht unter der GCCF-Nummer 24, sondern als separate Rasse unter Nr. 32. Der erste Tabby-Point Siamese mit Champion Titel war Spotlight Penny Lynx aus GB.
In Nordamerika werden die Tabby-Points teilweise als Colourpoint Shorthair (von der CFA) und teilweise als Siamesen geführt

Red-Points und Tortie-Points - Buben und  Mädel
Bereits seit 1888 sind in GB "Lachsfarbene" Siamesen bekannt, vielleicht sind diese die ersten Red-Points. Öffentlich ausgestellt wurden Ingwer-farbene Siamesen 1934, sie wurden beschrieben als Orange-Points, mit weißem Körperfell, roten Abzeichen und blauen Augen, die Eltern waren ein dunkler Seal-Point-Kater und eine Kätzin mit schildpattfarbenen Abzeichen. Die männlichen Jungen dieser Kätzin zeigten rote Abzeichen, einige der  weiblichen Abkömmlinge hatten schildpattfarbene Masken wie die Mutter. Die Mutter selber stammte von einem Seal-Point-Siamesen und einer schildpattfarbenen Halb-Siamesin ab, ihr Großvater war Champion Bonzo. Die Entdeckung, daß die rote Farbe abhängig vom Geschlecht vererbt wurde, war gemacht: schildpattfarbene Katzen sind fast ausschließlich weiblich, männliche sind steril.
Die heutigen Linien der Red- und Tortie-Point Siamesen gehen in GB zurück bis 1948, auf die Züchterin Dr. Norah Archer und in den USA bis nach 1947 auf Alyce de Filippo. Die erste Red-Point Siam war Somerville Golden Seal. Von der GCCF wurden sie registriert unter "andere Varietät". Da anscheinend alle bekannten Red-Points Tabbyzeichnungen aufwiesen, tat sich die GCCF schwer mit der Anerkennung dieser Farbe.
in den 60er Jahren war das Interesse an den Red- und Tortie-Points so gestiegen, daß in GB ein eigener Verein gegründet wurde. 1966 wurden dann diese beiden Farben unter der Nummer 32 a und b  von der GCCF anerkannt. Der erste Red-Point-Siamese-Champion war Pitapat Zeno Belili aus GB, die erste Tortie-Point-Siam-Champion war Daphne Deakin's Rivendell Apache. Ende der 70er Jahre wurde die Farbe Tortie weiter unterteilt in Seal-Tortie, Blue-Tortie, Chocolate-Tortie und Lilac-Tortie.

Cream-Points
1974 wurde bei der GCCF die Registrierung der Cream-Point beantragt aber abgelehnt, erst 1977 wurde ihnen der Champion-Status verliehen.

Am 20.10.1993 wurden 3 neue Siamesen Farben anerkannt, Cinnamon-, Fawn- und Caramel-Points und die entsprechenden Varietäten. Sie waren bereits früher bekannt, wurden jedoch als Lilac (neu: Fawn), Chocolate (neu: Cinnamon) Lilac und Blue (neu: Caramel) ausgestellt und waren auch erfolgreich. Cinnamon und Fawn tragen das Gen für Rot (Sorrel) der Abessinier-Katzen.

Silver Tabby-Points
Diese bisher noch nicht anerkannte Varietät entsteht durch das Gen für Silber, das "Unterdrückungsgen", so genannt, weil es die Standard-Farbe unterdrückt und durch Silber ersetzt. Einer der beiden Eltern muß dieses Gen tragen. Es vererbt keine konsistente Färbung, die Intensität variiert in jeder Generation.

Apfelköpfe - Thai-Katzen

Die Körperform der Siam-Katze wurde im Laufe der Zeit immer extremer gezüchtet: schlanker, der Kopf dreieckiger und länger, die Ohren größer. Nicht jedem gefiel das und eine Gegenbewegung entstand: die sogenannten klassischen Siamesen, auch als Thai-Katzen bezeichnet wurden modern, sie entsprechen einer der beiden "Urformen": kräftiger Körper, insgesamt untersetzt wirkender, mit eher rundem Schädel und kürzerer Nase, in den USA als Appleheads bekannt. Darüberhinaus gibt es weiterhin die gemäßigte, vielleicht als "normal" zu bezeichnende recht schlanke Siamesin mit nicht zu langer Nase und nicht zu großen Ohren

 

Thai
 

© by Susanne Klebba