Die Farbvarianten nach der Reihenfolge der Anerkennung durch den
Britischen GCCF
(Governing Council of the Cat Fancy) - Teil 2
Die Geschichte der Siamkatzen ist besonders gut im englischen Sprachraum dokumentiert,
ausführliche deutschsprachige Literatur ist mir leider nicht bekannt. Ich habe mich bei
meiner Darstellung daher an die Reihenfolge der Anerkennung durch die Britische GCCF
gehalten.
Die Tabby-Point
ist eine der neueren anerkannten Farbschläge, sie wird jedoch schon Anfang des
Jahrhunderts erwähnt, meist als Shadow-Point, Silver-Point, Tiger-Point, Attaby oder auch
Lynx-Point. Lynx-Point werden sie auch heute noch von einigen Zuchtverbänden in den USA
genannt.
Tabby-Points gehen zurück auf ungewollte Paarungen mit Hauskatzen, daher wurde lange Zeit
darüber diskutiert, ob diese Varietät nicht als eigene Rasse geführt werden müßte. Da
jedoch die Reinzucht über mehrer Generationen hinweg nachgewiesen war, wurden die
Tabby-Points 1966 vom Siamese Cat Club akzeptiert, jedoch nicht unter der GCCF-Nummer 24,
sondern als separate Rasse unter Nr. 32. Der erste Tabby-Point Siamese mit Champion Titel
war Spotlight Penny Lynx aus GB.
In Nordamerika werden die Tabby-Points teilweise als Colourpoint Shorthair (von der CFA)
und teilweise als Siamesen geführt
Red-Points und
Tortie-Points - Buben und Mädel
Bereits seit 1888 sind in GB "Lachsfarbene" Siamesen bekannt, vielleicht sind
diese die ersten Red-Points. Öffentlich ausgestellt wurden Ingwer-farbene Siamesen 1934,
sie wurden beschrieben als Orange-Points, mit weißem Körperfell, roten Abzeichen und
blauen Augen, die Eltern waren ein dunkler Seal-Point-Kater und eine Kätzin mit
schildpattfarbenen Abzeichen. Die männlichen Jungen dieser Kätzin zeigten rote
Abzeichen, einige der weiblichen Abkömmlinge hatten schildpattfarbene Masken wie
die Mutter. Die Mutter selber stammte von einem Seal-Point-Siamesen und einer
schildpattfarbenen Halb-Siamesin ab, ihr Großvater war Champion Bonzo. Die Entdeckung,
daß die rote Farbe abhängig vom Geschlecht vererbt wurde, war gemacht: schildpattfarbene
Katzen sind fast ausschließlich weiblich, männliche sind steril.
Die heutigen Linien der Red- und Tortie-Point Siamesen gehen in GB zurück bis 1948, auf
die Züchterin Dr. Norah Archer und in den USA bis nach 1947 auf Alyce de Filippo. Die
erste Red-Point Siam war Somerville Golden Seal. Von der GCCF wurden sie registriert unter
"andere Varietät". Da anscheinend alle bekannten Red-Points Tabbyzeichnungen
aufwiesen, tat sich die GCCF schwer mit der Anerkennung dieser Farbe.
in den 60er Jahren war das Interesse an den Red- und Tortie-Points so gestiegen, daß in
GB ein eigener Verein gegründet wurde. 1966 wurden dann diese beiden Farben unter der
Nummer 32 a und b von der GCCF anerkannt. Der erste Red-Point-Siamese-Champion war
Pitapat Zeno Belili aus GB, die erste Tortie-Point-Siam-Champion war Daphne Deakin's
Rivendell Apache. Ende der 70er Jahre wurde die Farbe Tortie weiter unterteilt in
Seal-Tortie, Blue-Tortie, Chocolate-Tortie und Lilac-Tortie.
Cream-Points
1974 wurde bei der GCCF die Registrierung der Cream-Point beantragt aber abgelehnt, erst
1977 wurde ihnen der Champion-Status verliehen.
Am 20.10.1993 wurden 3 neue Siamesen Farben anerkannt, Cinnamon-, Fawn- und
Caramel-Points und die entsprechenden Varietäten. Sie waren bereits früher bekannt,
wurden jedoch als Lilac (neu: Fawn), Chocolate (neu: Cinnamon) Lilac und Blue (neu:
Caramel) ausgestellt und waren auch erfolgreich. Cinnamon und Fawn tragen das Gen für Rot
(Sorrel) der Abessinier-Katzen.
Silver Tabby-Points
Diese bisher noch nicht anerkannte Varietät entsteht durch das Gen für Silber, das
"Unterdrückungsgen", so genannt, weil es die Standard-Farbe unterdrückt und
durch Silber ersetzt. Einer der beiden Eltern muß dieses Gen tragen. Es vererbt keine
konsistente Färbung, die Intensität variiert in jeder Generation.
|
Die Körperform der Siam-Katze wurde im Laufe der Zeit immer extremer gezüchtet:
schlanker, der Kopf dreieckiger und länger, die Ohren größer. Nicht jedem gefiel das
und eine Gegenbewegung entstand: die sogenannten klassischen Siamesen, auch als
Thai-Katzen bezeichnet wurden modern, sie entsprechen einer der beiden
"Urformen": kräftiger Körper, insgesamt untersetzt wirkender, mit eher rundem
Schädel und kürzerer Nase, in den USA als Appleheads bekannt. Darüberhinaus gibt es
weiterhin die gemäßigte, vielleicht als "normal" zu bezeichnende recht
schlanke Siamesin mit nicht zu langer Nase und nicht zu großen Ohren |
 |
|